Weinbergkreuz Beilberg (1759)
Wir haben uns prima an die Hitze gewöhnt und mehrere schöne Touren unternommen. Natürlich war ich stets darauf bedacht, ausreichend schattige Strecken einzubauen und habe prinzipiell auch nur leicht bewältigbare Tagesetappen geplant – die Lauffreude der Pferdchen bei diesen Temperaturen war aber erstaunlich und vor allem Pico ging es – wie üblich – tendenziell nie schnell genug.

Im folgenden ein paar Highlights unserer Wanderungen in Wort und Bild:

Weinberge

Besonders gut gefallen haben mir die vielen Weinberge, an denen unsere Wege vorbeigeführt haben. Das Artikelbild zeigt das Weinbergkreuz Beilberg aus dem Jahre 1759, das man mit Pferd allerdings nur von hinten anschauen kann. Dennoch ein stimmungsvoller Ort mit schönem Blick über das Tal.

Die Flatterbänder zwischen den Reben haben die Ponys übrigens nicht einmal bemerkt und so haben sie mich beide ganz verdutzt angeschaut, als ich sie für ihre Gelassenheit gelobt habe.

Nur eine kurze Wegstrecke weiter gibt es am Beilberg gleich noch ein zweites Weinbergkreuz – wir haben es ganz zufällig entdeckt, weil ich mich im Weg geirrt und die falsche Abzweigung genommen hatte. Dieses Kreuz stammt aus dem Jahre 1759 und trägt auf seinem Sockel ein Relief des Heiligen Urban. Mehr Informationen kann man auf der nebenstehenden Info-Tafel nachlesen – schade nur, dass sie so nah am Kreuz platziert wurde, dass sie unweigerlich mit aufs Foto kommt.

Hof Baiertal & Aussichtspunkt Bärlestannen

In Hof Baiertal haben wir endlich einmal der 1868 erbauten Marienkapelle einen Besuch abgestattet. Aus der Ferne haben wir sie schon oft betrachtet – direkt dort waren wir bis dahin aber noch nie. Die kleine Kapelle liegt gleich an einer wenig befahrenen Straße vor einer Kulisse aus weitläufigen Feldern. Dass man vom nahen Hofgut das Muhen der Rinder hört, hat Picos Aufmerksamkeit allerdings sehr viel stärker auf sich gezogen, als das kleine Gotteshaus.

In unmittelbarer Nähe der Kapelle befinden sich noch zwei sehenswerte Bildstöcke: Insbesondere der Kreuzschlepper von Michael Dürr aus dem Jahre 1765 hat mich berührt. Und einen Steinwurf entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Der im Jahre 1858 von Johann Schäfer errichtete 14-Heiligen-Bildstock.

Ebenfalls in fußläufiger Entfernung liegt der Aussichtspunkt »Bärlestannen« mit recht neu aufgestellten Infotafeln zur mittelalterlichen Geleitstraße Würzburg: Für Kaufleute bestand hier einst aufgrund eines Geleitrechts die Möglichkeit, ihre Handelszüge durch Geleitreiter gegen Überfälle zu schützen. Wie man sieht, haben sich Ponys demonstrativ abgewendet …

Der Johann-Müller-Bildstock auf dem ersten Bild stammt aus dem Jahre 1846 und findet sich ein paar Meter von den Tafeln entfernt.

Landschaft

Weiterhin ist es unglaublich trocken und alles wartet auf den Regen. Das Gras ist an den meisten Stellen längst verdorrt und das Laub vieler Büsche hängt welk herab. Die Heckenkirschen, sonst stets mit üppigen Früchten gesegnet, tragen kleine und verhutzelte Beerchen – und bei Holunderbeeren und Ebereschen sieht es ähnlich aus. Lediglich die Schlehen sind offenbar unempfindlicher und trotzen der anhaltenden Dürre.

Das leuchtende Gelb auf dem Foto unten stammt von Soja-Pflanzen auf einem Bio-Feld – erstaunlich, wie farbintensiv die Blätter für ein paar Tage waren.

Koppel

Auch auf den Koppeln wächst endgültig nur noch Heu am Stiel. Trotzdem freuen sich die Ponys darüber und gehen gerne zum Knuspern raus. Für ein bisschen Abwechslung haben sie hier einen kleinen Laufweg bekommen und können zweimal um die Ecke zu einer Art Wendehammer. Ein echter Trail ist bei uns leider nicht möglich, aber die Buben hatten auch so Spaß, den neuen Weg zu erkunden. Und so lange ihnen das Gras bis über die Ohren wächst, sind sie sowieso glücklich.

Karte

Abschließend eine Karte mit den beschriebenen Sehenswürdigkeiten:
(Für die Beschreibung Marker bitte anklicken)

Ausblick

Teil 2 mit unseren weiteren Wanderungen im August folgt …