Pico beobachtet neugierig das erste Befüllen der Isobar mit einem Gartenschlauch

Isobar 250

Schon seit einiger Zeit wünschte ich mir eine frostfreie Tränke für unser Paddock, war aber lange nicht sicher, welches Modell das Richtige für uns sein könnte. Die Tränke sollte ohne Wasser- und Stromanschluss eisfrei bleiben und ein möglichst geringes Verletzungsrisiko haben. Varianten mit Kerzenlicht, wie sie z. B. bei der Nutzung alter Wurstkessel oft im Einsatz sind, waren mir letztlich unsympathisch – in der Nähe der Pferde möchte ich einfach kein Feuer haben, auch kein noch so kleines. Schließlich fiel meine Wahl auf die Isobar 250 der Firma La Buvette, die mittlerweile seit drei Monaten bei uns im Einsatz ist. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht.

Prinzip

Das Gefäß aus lebensmittelechtem Hart-Polyethylen ist rundrum hervorragend isoliert und verhindert nach dem Prinzip der Isothermie das Einfrieren laut Hersteller bis -15 °C. Ein ebenfalls gut isolierter, schwimmender Deckel bedeckt die komplette Wasseroberfläche und reduziert so die Eisbildung – jedes Mal, wenn die Pferde trinken, kommt zudem etwas Bewegung in die Oberfläche und der Deckel schwingt noch länger leicht nach, was die Kristallisation von Eis zusätzlich stört. Zum Trinken drücken die Pferde eine Linse in der Mitte des Deckels nach unten. Diese hat nur eine geringe Kontaktfläche mit dem Deckel, so dass die Eisschicht, die dort gefriert, in der Regel gut von den Pferden weggedrückt werden kann. Ich war erst skeptisch, ob auch unser kleiner Monty (1,10 m Stockmaß) das schaffen würde, aber offensichtlich hat er kein Problem damit. Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, die Linse regelmäßig zu kontrollieren: Bei Eisregen oder starkem Schneefall könnte es doch passieren, dass die Eisschicht dicker wird. Bis jetzt war die Tränke bei uns bis etwa -12 °C im Einsatz, wo das Prinzip bestens funktioniert hat.

Maße

Höhe: 65 cm, Durchmesser: 100 cm.
Das Gefäß fasst insgesamt 250 Liter, der nutzbare Inhalt wird mit 180 Liter angegeben.

Akzeptanz, Pony-Eignung

Ob unsere kleiner Monty mit der Tränke zurecht käme, war insgesamt meine größte Sorge – aber auch bei geringem Füllstand reicht der verhältnismäßig kurze Ponyhals, um problemlos das Wasser zu erreichen. Beide Ponys haben das Prinzip spontan verstanden und die Tränke gut angenommen. Einen simplen, offenen Tränkbottich habe ich weiterhin als Alternative im Einsatz und die Ponys trinken wechselweise an beiden Stellen. Eine echte Präferenz zu einer der Tränken ist nicht zu beobachten.

Verletzungsrisiko

Es gibt an der Isobar keine Ecken oder scharfkantigen Abschlüsse, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass manche Pferde auf die Idee kommen könnten, an den Metall-Bögen am oberen Abschluss zu nagen, was unter Umständen nicht ideal für die Zähne ist. Obwohl Pico ab und an gerne mit der Linse und dem schwimmenden Deckel spielt (siehe Bilder mit den Kratzspuren, die er beim »Drehen« des Deckels mit den Zähnen erzeugt hat), hat er dies noch nicht versucht. Darüber hinaus wäre ich vorsichtig bei sehr wild spielenden, steigenden Pferden – ein Pferdehuf sollte nicht in die Trinköffnung oder seitlich unter den Deckel geraten. Das Risiko, dass dies passieren könnte, halte ich allerdings für äußerst gering.

Verschleißteile

Picos Spieltrieb hat leider relativ schnell zu deutlich sichtbaren Kratzern im Deckel und auf der Linse geführt (siehe Bilder unten). Inwiefern dies die Haltbarkeit des Systems beeinträchtigt, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Zwar kann die Linse einzeln nachgekauft werden, den Deckel habe ich jedoch noch nicht als Ersatzprodukt gesehen.

Mobilität

Da der (frostfreie) Wasseranschluss bei uns nah ist, muss ich mir um eine Transportmöglichkeit für das Wasser keine Gedanken machen: Die Isobar wird bei uns unkompliziert mit dem Gartenschlauch befüllt. Wir haben sie übrigens nicht fest im Boden verankert, da es den Ponys bei uns nahezu unmöglich ist, sie zu verschieben. Prinzipiell kann man die Isobar aber befestigen, was je nach Standort und Temperament der Pferde auch durchaus nötig sein kann. Leer wiegt die Isobar nur rund 38 kg – das ist sehr praktisch, da sie auch von einer Person problemlos transportiert werden kann, allerdings vermögen das natürlich auch die Rösser.

Reinigung

Dass man die Tränke leicht transportieren kann, hat sich bei uns sehr bewährt, denn etwa alle 2 – 3 Wochen empfiehlt sich eine gründliche Reinigung. Durch Futterreste, die beim Trinken ins Wasser geraten, wird das Wasser doch stärker verunreinigt, als ich gedacht hätte. Zwar wachsen in der Isobar (im Sommer) keine Algen und es ertrinken auch keine Insekten, dennoch bildet sich selbst bei kühlen Temperaturen relativ schnell ein trüber, schlecht riechender Bodensatz, der gündlich entfernt werden sollte, da er offenbar dazu führt, dass die Pferde nicht mehr gerne aus der Isobar trinken. Mit einer Schlauchbürste am Gartenschlauch lässt sich alles prima reinigen – und da ich es angenehmer finde, nicht so viel überschüssiges Wasser im Paddock zu verteilen, wird die Isobar hierzu aus dem Paddock gerollt. Übrigens hat die Isobar ein praktisches Auslassventil, über das überschüssiges Wasser aus der Tränke abgelassen werden kann.

Kosten

Der Preis für die Tränke variiert je nach Händler, es lohnt sich, vor dem Kauf die Preise zu vergleichen. Rund 800 Euro muss man investieren.

Sommer

Dass die Isobar lange frostfrei bleibt, war mein Hauptkriterium für den Kauf – allerdings bietet das weitestgehend geschlossene System (wie schon angedeutet) auch im Sommer einige Vorzüge:

  • Reduzierte Verschmutzung: Im Vergleich zu meinem offenen Bottich bleibt das Wasser in jedem Fall länger sauber: Insektenlarven, Algenwachstum oder Verunreinigungen durch Vogelkot bzw. hineingefallenes Laub spielen erfreulicherweise kaum noch eine Rolle. Während man allerdings kleine Tränkebecken täglich mit einer schnellen Handbewegung säubern kann, ist die Reinigung der Isobar aufwändiger und erfordert das vollständige Ablassen des Wassers.
  • Reduzierte Verdunstung: Wasserverluste werden minimiert, was letztlich auch den Geldbeutel schont. (Und bei gutem Timing halten sich auch die Verluste durch Reinigungsmaßnahmen in Grenzen!)

Hinweise

  • Ist die Tränke zu voll, kann die Linse unter Umständen auch nicht mehr gut zum Saufen heruntergedrückt werden. Achtung daher bei Starkregen, wenn sich die Tränke quasi selbst befüllt!
  • Das Klappern der Linse beim Trinken ist recht laut und könnte je nach Standort stören.
  • In der prallen Sonne erhitzt sich die Oberfläche von Deckel und Linse doch sehr stark. Ein schattiges Plätzchen ist im Sommer daher nicht verkehrt.

    Fazit

    Ein solides Modell, das (im angegebenen Temperaturbereich) das Wasser zuverlässig frostfrei hält und im Sommer kühl und algenfrei. Gesäubert werden muss die Tränke dennoch regelmäßig, was einen gewissen Aufwand darstellt, da hierzu der Wasservorrat abgelassen werden muss. Das Verletzungsrisiko empfinde ich als gering, die schwimmende Deckel-Konstruktion lädt allerdings zum Spielen ein, was vermutlich der Haltbarkeit der Tränke nicht zuträglich ist – die Oberfläche hätte ich mir etwas robuster gewünscht. Ein zweites Auslassventil weiter oben fände ich praktisch.

    Insgesamt ist die Tränke für mich, soweit ich den Markt überblicke, eines der überzeugendsten Konzepte der derzeit erhältlichen Modelle. Sofern die Kratzer im Deckel ein Schönheitsfehler bleiben und die Tränke noch länger problemlos benutzbar bleibt, stimmt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich werde beizeiten berichten.

    Dieser Bericht ist keine bezahlte Werbung, er dient rein der Information.