Hyalomma-Zecke
Nachdem ich im Frühjahr zum ersten Mal Buntzecken auf den Ponys beobachtet habe, ist nun Ende August also auch noch die erste Hyalomma-Zecke auf Pico herumgekrabbelt. Langsam sind es mir ein paar zu viele Quälgeister …

Gelesen hatte ich schon mehrfach von der Riesenzecke, die ursprünglich aus den Tropen stammt und offenbar 2018 zum ersten Mal in Deutschland gesichtet wurde – gesehen hatte ich bislang aber noch keine. Bis zu 2 cm groß kann die Hyalomma-Zecke Literaturangaben zufolge werden und es wird berichtet, dass ihre Opfer aktiv und mit großer Geschwindigkeit auch über weite Strecken verfolgt.

Die angegeben Maximalgröße hatte »unsere« Hyalomma-Zecke nicht, mit rund einem Zentimeter Länge und den typisch gestreiften Beinen war sie allerdings doch recht auffällig. Bestätigen kann ich, dass die Zecke wieselflink ist – ich hatte daher ziemlich Mühe, sie zu fotografieren und habe mich schließlich mit den abgebildeten Fotos zufrieden gegeben, weil ich Sorge hatte, dass mir die Zecke noch ausbüchsen würde.

Man erkennt auf den Bildern zumindest aber ganz gut den Gesamthabitus, die gestreiften Beine und den ausgeprägten Stechapparat. Auf dem letzten Bild stellt sich die Zecke nach einer Erschütterung tot, blitzschnell ist sie kurz darauf aber wieder aufgesprungen und weitergerast.

Da im Netz an mehreren Stellen zu lesen steht, dass man die seltene Zecke zu Forschungszwecken an das Robert-Koch-Institut schicken soll, habe ich sie also kurzer Hand eingetütet, nachdem mir ein kurzer Anruf beim RKI bestätigt hat, dass die Zecke von Interesse ist. Nun warte ich gespannt, ob es eine Rückmeldung gibt und ich noch ein bisschen mehr über unser Exemplar erfahren kann.

Pferde sind offenbar bevorzugte Opfer der Hyalomma-Zecke, prinzipiell befällt sie aber auch andere Tiere bzw. den Menschen. Hierbei kann sie sehr unangenehme Erkrankungen wie Fleckfieber oder Hämorrhagisches Fieber übertragen. Mehr dazu findet man in den unten aufgeführten Links.

Da ich bislang leider immer noch keine wirklich wirksame Zecken-Prophylaxe gefunden habe (auch mein Schwarzkümmel-Experiment scheint derzeit nicht von durchschlagendem Erfolg) werde ich die Pferde künftig also noch etwas gründlicher absuchen. Zum Glück ist die Zecke recht auffällig und daher leicht zu finden. Zudem scheint die spinnenartige Krabbelbewegung den Pferden äußerst unangenehm, so dass sie selbst energisch versuchen, die Zecke wieder loszuwerden. »Unser« Exemplar hatte auf Pico zumindest offenbar wenig Chancen, sich festzusaugen: Er hat sich sehr zielstrebig gewehrt und mich so auch auf die Zecke aufmerksam gemacht.

Alle Angaben ohne Gewähr.
Dieser Artikel stellt keine medizinische Beratung dar.