Pico Rinder

Regelmäßig treffen wir unterwegs auf Tiere anderer Arten und die Ponys sind natürlich absolute Profis. Dennoch … ganz selbstverständlch werden diese Zusammentreffen für beide nie sein und die Gelassenheit, die sie auf den Bildern immer demonstrieren, ist das Ergebnis fortwährenden Trainings.

Rinder und Ziegen

Während es Tierarten gibt, die – einmal für ungefährlich befunden – nie wieder bedrohlich auf die Ponys wirken, bleiben andere latent eine stete Herausforderung. Kühe sind hierfür das beste Beispiel: Obwohl Pico vom winzigen Zwergkalb bis zum Schottischen Hochlandrind schon mit Rindern aller Größen, Farben und Formen konfrontiert war – ohne aufgeregte Trötlaute kann er keine Rinderweide passieren. Dabei scheint er einzelne Individuen spontan auch nicht wiederzuerkennen: Die gleiche Rinderherde, die noch wenige Tage zuvor direkt neben seiner Koppel stand und ihm dort schließlich keinen Blick mehr wert war, findet er fürchterlich aufregend, wenn er sie nur ein paar Meter weiter an etwas anderer Stelle trifft. Natürlich reagieren Pferde typischerweise auf »Dinge, die gestern noch nicht da waren« … andererseits sind Ziegen, egal wo sie auftauchen, seit geraumer Weile grundsätzlich eher uninteressant. Die dürfen auch unverhofft an den überraschendsten Stellen herumstehen; vorausgesetzt, es handelt sich um Buren- oder Zwergziegen. Blobeziege und Co. hingegen bleiben eventuell auch über Wochen verdächtig. Unabhängig vom Standort, dafür umso stärker beeinflusst von der Tagesform.

Schafe, Hunde und Gänse

Die Pony-Logik hinter der Gefahreneinschätzung muss man nicht unbedingt verstehen: Lämmer sind um einiges bedrohlicher als ausgewachsene Schafe und Schafköttel riechen besonders gefährlich, wenn die Schafe ein paar Meter davon entfernt stehen.

Bei Hunden hingegen ist Pico völlig unerschrocken, selbst wenn sie ihm offenbar nicht freundlich gesonnen sind: Obwohl er vor Jahren bei einem Ausritt sogar die Zähne eines aggressiven freilaufenden Hunds im Hinterbein stecken hatte, ist er bei Hunden prinzipiell entspannt. Monty dagegen analysiert sehr genau, wie er Hunde einzuschätzen hat und scheucht allzu aufdringliche Exemplare zur Not auch in beeindruckender Hengstmanier davon. Manchmal merkt man einfach, dass er erst mit 9 Jahren gelegt wurde.

Insgesamt ist Monty meist viel unerschrockener als Pico und geht sehr offen, freundlich und neugierig auf andere Tiere zu – der erste Anblick einer Pommerngans hat ihn allerdings wirklich entsetzt und ich bin mir sicher, dass die Gans das mit Abstand bedrohlichste Tier war, das er je gesehen hat.

Weiteres Getier

Esel und Minischweinchen – da sind sich die Ponys und ich absolut einig – sind toll; meine Begeisterung für Lamas und Alpakas hat Pico vor ein paar Jahren allerdings überhaupt nicht teilen können.

Interessant finde ich, wie schnell es manchmal umschlagen kann: Pico – tagelang in heller Aufregung wegen eines handaufgezogenen Zwergkalbs, das immer wieder an seinem Paddock vorbeigeführt wurde – war von einer Sekunde auf die andere völlig begeistert von dem kleinen Wesen (siehe Foto oben). Als hätte jemand den Schalter umgelegt, wollte er nun auf einmal hin statt weg, hat das Kalb mit begeisterten Schnoberlauten begrüßt und sich schließlich hingebungsvoll die Nüstern abschlecken lassen. Auf das gleiche Kalb hat Monty übrigens überhaupt keine Reaktion gezeigt und ich weiß bis heute nicht, ob es ihm schlicht egal war oder ob er damals die gleiche Strategie erprobt hat, die er auch gern bei Tierarztbesuchen anwendet: Besonders brav dreinschauen … so tun, als wäre man überhaupt nicht da … und hoffen, dass man neben Pico einfach übersehen wird.

Übung macht den Meister

Eines funktioniert zu meiner Beruhigung übrigens immer, auch wenn wir auf die fürchterlichsten Ungeheuer treffen: Sobald ich begeistert »Ja guck einmal, ist das toll: Sooo ein feines Schweindl (Kälbchen, Schäflein …)« rufe, wissen beide Ponys: Jetzt gibt es für mutige Pferde gleich überschwängliches Lob plus Leckerlis und es lohnt sich, der vermeintlichen Gefahr ins Auge zu schauen. Sehr vertrauensvoll lassen sie sich immer auf die Situationen ein und es ist schön, dass wir daher in der Regel recht entspannt unterwegs sein können. Wir üben solche Zuusammentreffen ausgesprochen gern und bin schon sehr gespannt, wen wir als nächstes treffen werden.

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